20. September 2016, 17:19 Uhr

Deutsche Hilfe kommt an

Biebertal (mo). Ans Horn von Afrika, zur German Church School in Addis Abeba (Äthiopien) nahm Pfarrer Karl Jacobi kürzlich die Zuhörer seines Vortrages im evangelischen Gemeindesaal in Rodheim mit. In jener Schule in »Addis« wird den Ärmsten der Armen seit 1968 die Möglichkeit geboten, Schreiben, Rechnen, Lesen und Nadelwerk zu lernen. Die Arbeit in der deutschen Schule begann mit einem Unterrichts- und Hilfsprogramm für bedürftige Mädchen im evangelischen Gemeinsesaal. Inzwischen ist die Schülerzahl auf 1000 Kinder angestiegen. Das wichtigste Kriterium für die Aufnahme von Schülern ist die Bedürftigkeit der Herkunftsfamilien.
20. September 2016, 17:19 Uhr
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Von Gabriele Krämer
Jacobi

Karl Jacobi war 1995 bis 1997 Pfarrer in Königsberg, seine Frau Anja Jacobi war 1995/96 Vikarin in Rodheim und Vetzberg. Von Biebertal aus zog es beide nach Neuheusel im Westerwald. Dann arbeiteten sie sechs Jahre in Teheran (Iran), anschließend fünf Jahre in einem kleinen Ort im Odenwald, um ihren inzwischen fünf Kindern einige Zeit das Dorfleben in Deutschland zu gönnen. Seit zwei Jahren teilen sich Anja und Karl Jacobi die Pfarrstelle in der deutschen Gemeinde in Addis Abeba. Das Motto der German Church School, »Den Armen eine Chance« hat die Jacobis ermutigt, dort mitzuarbeiten.
1984/85 wurde Äthiopien bekannt als das Land der Hungersnöte. In manchen Landstrichen hat es seit einem Jahr nicht geregnet. Nahrungsmitteldepots wurden angelegt. 10 Millionen Menschen müssen ernährt werden. Die German Church School bietet Bildung für Schüler vom 1. bis 8. Schuljahr, im Schnitt sind 40 Kinder in einer Klasse. Vom 9. bis 12. Schuljahr gehen die Kinder meist auf weiterführende Schulen. Die deutsche Schule bietet weiter Hilfe zum Lebensunterhalt und Nachhilfeunterricht, damit die Schüler den Abschluss schaffen. Schulgeld, Schuluniform, Schulfrühstück und Unterrichtsmaterial werden gestellt, auch soziale Unterstützung der ärmsten Familien leistet die Schule. Die Einrichtung wurde unter die zehn besten Schulen Äthiopiens gewählt. Das Geld für die Schüler kommt zu 52 Prozent von zurzeit 800 Pateneltern, die mit monatlich 25 bis 30 Euro die Kinder unterstützen. Im Augenblick fehlen für 57 Kinder Pateneltern. 20 Euro kostet eine Grundausrüstung für Schulanfänger, 30 Euro werden im Monat für ein Patenkind berechnet. 100 Euro ermöglichen den Kauf von einem Satz Bücher in Blindenschrift. Informationen bei Pfarrerin Anja Jacobi und Pfarrer Karl Jacobi per E-Mail an pfarrer@gemeinde.addis.center oder unter www.schule.addis.center. (Foto: mo)
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