28. Februar 2019, 11:54 Uhr

Übung

Alarmierungsübung in der Asklepios Klinik

Mit Martinshorn und Blaulicht waren vergangene Woche die Einsatzfahrzeuge der Licher Feuerwehren und des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Richtung Asklepios Klinik unterwegs.
28. Februar 2019, 11:54 Uhr
Blick auf die Einsatzstelle (Bild: kjg)

Wie schnell allen klar war, handelte es sich um eine Übung, deren Details den Einsatzkräften nicht bekannt waren.

Der Einsatz sollte möglichst realistisch ablaufen, so der Licher Stadtbrandinspektor Marco Römer. Er und der Technische Leiter der Klinik, Michael Pieck, hatten die Übung geplant und vorbereitet. Die Zusammenarbeit von Feuerwehr, DRK und Klinik-Einsatzleitung sollte erprobt und geübt werden, sagte Pieck, damit im Ernstfall ein reibungsloser Ablauf gewährleistet sei. Hans-Joachim Haaf vom Katastrophenschutz des Landkreises war als Beobachter zugegen.

Als Szenario war die Verpuffung bei Abrissarbeiten in einem Nebengebäude angenommen und realistisch vorbereitet worden. Nach der Verpuffung stand das Gebäude in Brand. Sechs Bauarbeiter, die von den Schülern des Bildungszentrums der Klinik gestellt wurden, galten als vermisst. Eine dramatische Situation, die die Verantwortlichen und die Ein-satzkräfte herausforderte.

Nach dem Auslösen der Brandmeldeanlage gegen 18.00 Uhr ging der Alarm bei der Rettungsleitstelle in Gießen ein. Die Alarmierung entsprechend dem Alarmierungsplan für die Asklepios Klinik wurde durch die Leitstelle ausgelöst. Der Piepser der Licher Einsatzkräfte meldete sich und zeigte den Brandmelder-Alarm in Lich, Goethestraße 4, (Adresse der Klinik) an. Kurze Zeit später trafen das Einsatzleitfahrzeug und die ersten Löschfahrzeuge an der Klinik ein. Nach der Einweisung durch den Einsatzleiter konnte die Rettung der Menschen und die Brandbekämpfung beginnen. Inzwischen waren aufgrund der Lage auch die Licher Ortsteilfeuerwehren alarmiert worden und an der Klinik eingetroffen. Die Klinik-Einsatzleitung, zu der der Geschäftsführer Uwe List, der ärztliche Direktor PD Dr. Thilo Schwandner, Dr. Mario Myny, Dr. Andreas Klein, Hans-Joachim Haas vom Landkreis und Michael Pieck gehören, war im Einsatzraum zusammengekommen, um die Maßnahmen zu koordinieren. Hier war zu erfahren, dass von den sechs vermissten Personen inzwischen vier in der Notaufnahme angekommen waren. Kurz darauf wurden die letzten beiden nahezu unverletzt gefunden und das Feuer als gelöscht gemeldet.

Bis dahin konnte für Außenstehende die Unglücksstelle als Chaos empfunden werden. Feuerwehrschläuche, Atemschutzgeräte, Feuerwehrleute mit und ohne Geräte, verschiedene andere Feuerwehrgeräte, Lichtmasten waren aufgebaut und erfüllten ihre Aufgaben. Auch die Drehleiter war zur Eigensicherung eingesetzt. Hier erklärte Abschnittsleiter Holger Merle, im Falle einer weiteren Verpuffung halten die im Gebäude eingesetzten Kräfte über das Dach und die Drehleiter, oder über die auf der Rückseite des Gebäudes bereitstehenden Helfer mit Steckleiter einen zweiten Rettungsweg offen. Die Überwachung eines Atemschutzgerätetrupps oblag Christian Römer. Er war dafür verantwortlich, dass niemand länger als zulässig im Gebäude eingesetzt war und im Falle eines Unfalls (Bewußtlosigkeit o. ä.) durch einen weiteren Trupp hätte gerettet werden können. Die Atemschutzgeräteträger tragen an ihrer Schutzkleider einen sogenannten »Totmannmelder«, der bei Bewegungslosigkeit ein akustisches und ein LED-Signal auslöst sowie den Überwacher mittels eines Signals des Überwachungsbordes über die Gefahr informiert.

Vor Ort und in Bereitschaft waren zwölf Feuerwehrfahrzeuge, davon vier von den Ortsteilen und zwei Fahrzeuge des DRK Ortsverbandes. Insgesamt waren 36 Einsatzkräfte vor Ort. Übungsleiter waren Marco Römer und Marco Hahn.

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